Glyphosat- ein Risiko?

Die weltweite Anwendung des Herbizids „Glyphosat“ wirft Fragen der Sinnhaftigkeit der ausschließlichen Anwendung nur eines Wirkstoffs und auch der einzelnen Anwendungsgebiete auf. Nur am Rande soll hier erwähnt werden, dass in Amerika mit dem Gebrauch in Verbindung mit der durch Genveränderung geschaffenen Herbizidtoleranz bei Mais und Soja auch Unkräuter resistent werden und nicht mehr bekämpft werden können. Aus diesem Grund haben einige Farmer bereits aufgegeben und ihre Felder dem Unkraut überlassen. Dieses Problem wird in Europa viel später auftreten. Nun wollten die EU-Kommissare den Wirkstoff für weitere 9 Jahre ohne Einschränkung zulassen, obwohl das Europaparlament eine verkürzte Zulassungszeit und eine Einschränkung der Anwendungsgebiete beschlossen hatte. Da kann man über Demokratie grübeln, wenn durch einen Kommissar selbstherrlich Zulassungen erfolgen. Nun zur empfohlenen Einschränkung der Anwendung. Hier wird deutlich, warum im Bier und Brot Rückstände enthalten sind. Um die Ernte billiger zu machen, wird auf das reife Getreide Glyphosat gespritzt. Dadurch soll durch schlechte landwirtschaftliche Praxis erzielte grüne Verunkrautung totgespritzt werden. Pflügen als Unkrautbekämpfung soll angeblich schädlich sein, da schafft eine Herbizidspritze billiger und schneller einen kahlen Acker. In Berglagen kann der Pflug auch manchmal Schaden verursachen, dieses Märchen aber als  Begründung für einen Nurherbizideinsatz auf allen Ackerflächen heranzuziehen, erscheint abenteuerlich und einer Lobby geschuldet.

 

Dr. v. Rottkay, Königs Wusterhausen